Viele Menschen fühlen sich überfordert, gestresst und so, als würde ihnen das Leben entgleiten. Manche spüren schon, dass sie Unterstützung brauchen, aber es bleibt eine große Unsicherheit: Wen spreche ich an? Wer kann mir helfen? Sollte ich zu Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen gehen oder reicht es, mit einer Freundin zu sprechen? Wie funktioniert das, wenn ich professionelle Hilfe brauche? Oder „müsste ich eigentlich alleine klarkommen“?

Diese Fragen sind absolut berechtigt und sie werden durch die aktuelle Versorgungslage nicht einfacher.
In diesem Artikel möchte ich transparent erklären,

  • was psychologisches Coaching ist,
  • wie es sich von Psychotherapie unterscheidet
  • und für wen Coaching sinnvoll sein kann

Warum Psychotherapie so schwierig sein kann

Psychotherapie zu finden ist aktuell für viele Menschen schwierig.
Ein Grund dafür ist das sogenannte Kassensitzsystem in Deutschland: Psychotherapeut*innen mit Kassensitz dürfen mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Das ist natürlich gut, aber diese Sitze sind leider stark begrenzt. Das bedeutet: selbst wenn es grundsätzlich viele gut ausgebildete Therapeut*innen gibt, stehen nicht automatisch genug Therapieplätze zur Verfügung, die von den Krankenkassen bezahlt werden.

Gleichzeitig ist wichtig zu sagen:
Nicht jede Person, die Unterstützung braucht, braucht automatisch Psychotherapie.

Es gibt viele Situationen, in denen Menschen:

  • stark unter Stress stehen
  • sich selbst nicht mehr gut verstehen
  • sich überfordert fühlen
  • Orientierung oder einen Perspektivwechsel brauchen

ohne dass eine psychische Erkrankung vorliegt. Doch das ist der große Unterschied: Psychotherapie ist für Menschen mit psychischen Erkrankungen gedacht, psychologisches Coaching für „psychisch gesunde“ Menschen mit mentalen Belastungen.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Beides, sowohl Coaching als auch Psychotherapie, hat seine Berechtigung für unterschiedliche Situationen. Ich habe versucht, die wichtigsten Unterschiede kurz darzustellen, wobei es schwierig ist, das zu verallgemeinern, da es sowohl im Coaching als auch in der Psychotherapie starke individuelle Unterschiede gibt, je nachdem nach welchem System jemand arbeitet.

Psychologisches CoachingPsychotherapie
Begleitung & EntwicklungDiagnostik & Behandlung
Ressourcen- & lösungsorientiertStörungs- & symptomorientiert (nicht immer, je nach Therapie-Art)
Keine DiagnosestellungDiagnostik zentral
Zukunfts- & gegenwartsbezogen (bei mir)Oft stärker vergangenheitsbezogen
Kann theoretisch von jeder Person durchgeführt werdenDarf nur von approbierten Psychotherapeut*innen durchgeführt werden
Muss i.d.R. selbst bezahlt werdenIst meist eine Kassenleistung
Oftmals sofort verfügbare TermineTermine teilweise nur mit langer Wartezeit
Mögliche Themen: Stress reduzieren, Selbstvertrauen aufbauen, Schwierigkeiten in der Beziehung oder auf der Arbeit, Strategien für ADHS & AutismusMögliche Themen: Depressionen, Angststörungen, Traumabewältigung, Diagnostik von ADHS & Autismus

Was psychologisches Coaching für mich ist

Der Begriff „Coaching“ ist für mich ehrlich gesagt etwas schwierig (obwohl ich ihn nutze).
Er ist ausgelutscht und gleichzeitig nichtssagend. Coaching kann heute alles und nichts sein. Je nachdem, wer es anbietet und wie gearbeitet wird. Denn in Deutschland ist der Begriff Coach genau wie psychologischer Begleiter oder psychologische Beratung nicht geschützt. Das bedeutet, dass man keine bestimmte Ausbildung benötigt, um sich so nennen zu dürfen.

Deshalb ist mir wichtig, klar zu sagen, was du bei mir erwarten kannst:

  • keine Esoterik
  • keine spirituellen Versprechen
  • kein „Du musst nur richtig wollen“
  • kein Schlüssel-zum-Erfolg-Narrativ

Stattdessen:

  • psychologisch fundierte Begleitung durch mein Psychologiestudium und verschiedene Fortbildungen
  • permanente Fortbildung und Arbeit in der psychologischen Beratung in einer Reha-Klinik
  • ressourcenorientierte, ruhige, achtsame Gesprächsführung
  • mit Zeit zum Denken und Verstehen
  • in einem sicheren, wertschätzenden Rahmen

Coaching ist für mich keine schnelle Lösung, sondern ein Prozess, den wir nur gemeinsam gehen können, wenn du dich bei mir wohl fühlst und ich dich kompetent beraten kann.

Warum ich psychologisches Coaching anbiete (und keine Psychotherapie)

Schon während meines Psychologiestudiums wusste ich:
Ich möchte Menschen begleiten und unterstützen, aber ich möchte keine Psychotherapeutin werden.

Nicht, weil ich Therapie gering schätze, ganz im Gegenteil, ich halte sie für extrem wichtig und habe großen Respekt vor Psychotherapeut*innen!
Für meine eigene mentale Gesundheit und die Abgrenzung ist es mir aber wichtig gewesen, nicht in die Psychotherapie zu gehen. Die Verantwortung, die dabei auf den Therapeut*innen liegt ist in meinen Augen noch größer als im Coaching (und die ist schon nicht zu unterschätzen!).
Mir ist die Freiheit und Flexibilität in meiner Arbeit wichtig, um individuell auf jede*n eingehen zu können.

In meinen Ausbildungen und im Studium habe ich immer wieder Selbsterfahrung gemacht und erlebt, wie einzelne Fragen manchmal mehr bewegen können als lange Erklärungen.
Wie kleine Perspektivwechsel Prozesse anstoßen, die lange nachwirken.

Diese Art der Arbeit ist das, was mich erfüllt: ruhig, zugewandt und auf Augenhöhe durch kleine Impulse großes bewirken.

Coaching ist nicht gleich Coaching

Psychologisches Coaching ist eine begleitende, lösungs- und ressourcenorientierte Unterstützung für Menschen, die:

  • sich überfordert, festgefahren oder blockiert fühlen
  • sich selbst besser verstehen möchten
  • ihren Umgang mit Stress, Emotionen oder inneren Mustern verändern wollen
  • neue Perspektiven und Handlungsspielräume entwickeln möchten

Ein wichtiger Punkt, der dabei jedoch oft übersehen wird:
Coaching kann sehr viel sein – oder sehr wenig.
Es hängt davon ab, was der Coach mitbringt und was die Person im Coaching annehmen kann.

Es braucht vom Coaches (also der Person, die sich coachen lässt):

  • Bereitschaft zur Selbstreflexion
  • Offenheit für neue Sichtweisen
  • Zeit, Dinge sacken zu lassen

Und vom Coach braucht es:

  • Eine professionelle Einschätzung der Situation
  • Einen gut gefüllten Werkzeugkasten
  • Ruhe, Überblick und Verständnis

Wie unterscheidet sich psychologisches Coaching von Psychotherapie?

Psychotherapie richtet sich an Menschen mit:

  • psychischen Erkrankungen
  • starkem Leidensdruck
  • diagnostizierten Störungsbildern

Deswegen ist Psychotherapie auch nicht das Gleiche wie Coaching. Ich habe Psychologie studiert und genau deshalb ist mir diese Abgrenzung wichtig.
Wenn ich im Gespräch Anzeichen für eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung wahrnehme, verweise ich klar und verantwortungsvoll an die Psychotherapie. Wenn jedoch keine solcher Symptome vorliegen, kann ein Coaching der richtige Weg sein. Das ist in der Regel niederschwelliger: Der Termin ist einfacher zu bekommen, es findet auf Augenhöhe statt und wirkt nicht so „offiziell“ und dadurch bedrohlich, wie Psychotherapie.


Coaching bei Stress, ADHS & Autismus

Viele Menschen, die zu mir kommen, sagen Sätze wie:

„Ich weiß gar nicht, ob ich hier richtig bin.“
„Ich bin einfach ständig gestresst.“
„Ich funktioniere nur noch, aber habe gar keine Zeit mehr für mich.“
„Ich glaube, ich habe ADHS.“
„Mein Kind ist Autist und wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen.“

Gerade bei ADHS und Autismus im Erwachsenenalter geht es häufig nicht um „Behandlung“, sondern um:

  • Verständnis für das Anderssein
  • Akzeptanz von sich selbst
  • Regulation und Strategien entwickeln
  • Erschöpfung durch Masking und jahrelange Anpassung ablegen
  • Schuldgefühle verstehen und ablegen

Coaching kann hier helfen, Selbstakzeptanz zu fördern, Stress abzubauen und individuelle Strategien zu entwickeln. Hierbei kann Hypnose zum Beispiel zum Runterfahren des Nervensystems und zur tiefen Entspannung helfen, doch auch ein pferdegestütztes Coaching oder ein reines Gespräch können sehr wirkungsvoll sein.


Welche Rolle spielen Hypnose und pferdegestütztes Coaching?

Je nach Anliegen und Person arbeite ich mit unterschiedlichen Methoden:

  • Gespräch & Reflexion
  • körper- und nervensystemorientierte Ansätze
  • Hypnose, um tieferliegende Muster sanft zugänglich zu machen oder tiefe Entspannung zu finden
  • pferdegestütztes Coaching, wenn nonverbale Beziehungserfahrung sinnvoll ist

Wichtig:

  • Pferdegestütztes Coaching ist ein Angebot und keine Voraussetzung für ein Coaching
  • Wenn du pferdegestützt arbeiten möchtest, brauchst du keine Pferdeerfahrung und es wird nicht geritten
  • Hypnose wird nur eingesetzt, wenn sie zur Person und zum Anliegen passt
  • Du musst der Hypnose zustimmen und dich aktiv dazu entscheiden, ich mache nichts, was du nicht möchtest
  • Auch ohne Pferde und Hypnose ist eine große Veränderung möglich, es gibt hier nicht „den einen passenden Ansatz“. Wichtig ist, dass du dich damit wohlfühlst.

Für wen ist psychologisches Coaching geeignet?

Coaching kann sinnvoll sein, wenn du:

  • dich selbst besser verstehen möchtest
  • dich gestresst, überfordert oder blockiert fühlst
  • einen sicheren Raum zum Denken brauchst
  • neurodivergent bist oder es vermutest

Für wen ist Coaching nicht geeignet?

Coaching ist nicht ausreichend, wenn:

  • akute psychische Krisen bestehen
  • schwere depressive Episoden vorliegen
  • Suizidalität im Raum steht
  • eine klare therapeutische Behandlung notwendig ist

In solchen Fällen ist Psychotherapie der richtige Weg. Das heißt nicht, dass Coaching für dich niemals passend sein kann, vielleicht ist es zu einem späteren Zeitpunkt möglich, aber nicht in diesem Moment, denn Coaching ersetzt keine Therapie!


Wie findet man einen passenden Coach oder passende Therapeut*innen?

Wer erkannt hat, dass Unterstützung der richtige Weg ist, steht oft vor dem nächsten Problem: Wohin soll man sich wenden? Und wer bietet eigentlich was an?

Wie schon gesagt, darf im Prinzip jede Person Coachings durchführen. Ich persönlich würde bei der Auswahl auf eine psychologisch oder zumindest pädagogische Qualifikation (am besten Studium) achten. Seriöse Coaches sollten im Vorgespräch oder in einem Fragebogen die aktuelle mentale Situation bzw. die Vergangenheit mit Psychotherapie erfragen. Ansonsten ist es vor allem wichtig, dass es einen persönlichen Draht zwischen den beiden Personen gibt. Die beste Qualifikation ist nichts wert, wenn Coach und Coachee nicht auf einer Wellenlänge sind.

Wer jedoch Psychotherapie sucht, benötigt wie gesagt eine*n approbierte*n Psychotherapeut*in. Dabei handelt es sich um Psycholog*innen oder teilweise auch Ärzt*innen, die eine Fortbildung in Psychotherapie gemacht haben. Teilweise gibt es auch Heilpraktiker*innen für Psychotherapie. Diese haben oftmals kein Studium in Psychologie oder Medizin absolviert. Passende Therapeut*innen in der Region findet man zum Beispiel bei 116117.de.

Abschließende Gedanken

Mir ist noch einmal wichtig, zu betonen, dass Unterstützung anzunehmen (egal von wem) kein Zeichen von Schwäche ist, sondern ein Zeichen von Selbstverantwortung.

Ob Coaching oder Therapie das Richtige ist, hängt nicht von der „Schwere“ deiner Probleme ab, sondern von deiner Situation, deinem Ziel und deinen Bedürfnissen.

Wenn du unsicher bist, welcher Weg für dich passt, kann ein klärendes Gespräch helfen.
In einem kostenlosen, unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was du brauchst.

Bei mir kann ein Coaching in Homberg (Efze) in Nordhessen stattfinden, oder auch online.


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